Die Karner

Die Karner sind ein landfahrendes Volk, die mit ihrem Karren dem sg. „Hoamatle“ durch die Straßen ziehen. Das Karnervolk besteht aus der Karnermutter, dem Karnervater und einer ganzen Menge von Söhnen mit ihren Frauen, Töchter mit ihren Männern, und auch Nachwuchs ist schon vorhanden.

Jeder der Männer hat ein Geschäft, es gibt unter anderen: Pfannenflicker, Scherenschleifer, Besenbinder, Korbflechter, Schirmmacher und ähnliche Berufe, Gekocht wird auf offenen Feuer auf der Straße. Die Bekleidung der Karner ist entsprechend ihren Berufen ausgewählt. Besonders originell
die wunderbaren Larven der Karner, die in dieser Form sicher nirgends zu sehen sind. Ihre Heimat der zweirädrige Karren ist mit einer Blache überspannt, in der Mitte thront die Karnermutter, während der Karnervater zwischen den zwei Deichseln, der Londe, für die Lenkung des Gefährtes verantwortlich ist.
Alle Mitglieder müssen Hand anlegen, wenn der Karren durchs Dorf zieht. Eine Ziechorgel für die nötige Musik darf natürlich nicht fehlen. Der Karren wird nach dem Umzug vor den Gasthäusern abgestellt, Leute aus dem Publikum versuchen diesen dann zu stehlen, zu verziehen. Die Karner sind natürlich auf der Hut und die Diebe werden meistens gleich eingefangen und einer entsprechenden Strafe zugeführt, das heißt sie werden in den Karren gezerrt und haben ihren Obolus zu entrichten.