Die Fasnachtszeit in Nassereith
Die eigentliche Fasnacht findet in Nassereith nur alle drei Jahre statt. In der Fasnachtszeit, dem Zeitabschnitt zwischen Dreikönigstag (6. Jänner) dem Aschermittwoch gibt es neben dem eigentlichen Schellerlaufen noch verschiedene andere Veranstaltungen.
Mit dem letzten Glockenschlag des Zwölfeläutens am Dreikönigstag beginnt die Fasnacht. An mehreren Plätzen des Dorfes versammeln sich Burschen und Männer und beginnen mit dem Fasnachtschnöllen. Fasnachtschnöllen kann ab sofort die ganze Fasnachtszeit bis zum „Fasnachterchtig“ (Fasnachtdienstag) Dienstag, Donnerstag und Sonntag betrieben werden. Auch alle andern Fasnachtsaktivitäten finden nur an diesen Tagen statt.
Dieser Brauch wird strikt eingehalten und es fällt niemanden ein, zum Beispiel an einem Freitag zu schnöllen. Ebenso ist es selbstverständlich beim Läuten der Kirchenglocken mit dem Schnöllen auszusetzen.
VOLLVERSAMMLUNG
Nachdem bereits am Nachmittag mit dem Ausrufen die männliche Bevölkerungs des Dorfes zur Teilenahme an der Volversammlung aufgefordert wird,findet am Abend des Dreikönigtages die Vollversammlung statt. Im bis zum letzten Platz gefüllten Gemeindesaal warten mehrere hundert Burschen und Männer auf den Beginn der Versammlung. Nun wird vom Fasnachtsobmann traditionell die Frage gestellt: "Gemmer huire i d`Fasnacht?" Ein donnerndes „Jaa“ aus einigen hundert Kehlen ist die Antwort.
Nun werden die einzelnen Rollen verlost. In Nassereith ist es seit jeher der Brauch, dass die Hauptrollen - Bärentreiber, Scheller, Hexenmutter, Karner und Prinz Karneval - nicht immer von den gleichen Personen verkörpert werden, sondern eben das Los entscheidet.
Das FASNACHTSSUCHEN
Am Sonntag nach dem Dreikönigstag findet das „Fasnachtsuchen“ statt. Am Abend versammeln sich die Masken beim Fasnachtmuseum und langsam bewegt sich der Zug in Richtung Majenbrunnen. Als Fasnachtsucher betätigen sich weit über 100 Masken, es gibt Ingenieure, Mineure, Sprengmeister, Vermesser, Arbeiter welche die Fasnacht mit Pickeln, Schaufeln, Hauen, Rechen oder anderen Geräten aus der Erde oder dem Schnee graben wollen. Auch mit einem Pflug wird versucht die Fasnacht aus dem Boden zu ackern. Nach mühevollen Suchen und harter Arbeit ist es dann endlich soweit: Am Majenbrunnen und später am Postplatz wird unter einem Schneehaufen oder einem anderen Versteck die Fasnacht in Form eines kleines Ruaßlers gefunden. Sie wird mit einem tosenden „Autuppete hö“ begrüßt.
Das MASCHGERE gehen...
Nun da die Fasnacht gefunden wurde, können abends „Maschgere“ gehen. Verschiedene Gruppen finden sich Dienstags, Donnerstags und Sonntagabends in den Stuben oder in den Gasthäusern ein. Es gibt Musikanten, Sängergruppen, Reporter, Hausierer die ihre Waren anpreisen (natürlich nicht als Geschäft). Besonders beliebt war früher das Handeln mit Kien. Auch Besen aus Birkenreisern oder Wetzsteine wurden angeboten. Es wir erzählt, daß einst auch eine Frau versucht hat, Maschgere zu gehn. Sie wurde jedoch erkannt und kurzerhand in den eiskalten Dorfbrunnen geworfen.
Die VORBEREITUNGEN
Auch wenn der offizielle Beginn der Fasnacht der Dreikönigstag ist, so wird mit den Vorbereitungen oft schon wesentlich früher begonnen. Abgesehen von den organisatorischen Arbeiten des Komitees, machen sich natürlich auch die Wagenbauer schon lange vorher Gedanken über ihre Vorhaben. In den Gasthäusern und bei den Zusammenkünften der einzelnen Gruppen wird rege diskutiert, die Fasnacht nach allen Seiten hin besprochen, viele Ideen werden geboren, Pläne geschmiedet. Alles ist mit Begeisterung und Engagement bei der Sache.
Den Frauen bleibt der überwiegende Teil der Arbeit für die Anfertigung der Gewänder und Kostüme. Diese Arbeiten verschlingen eine Unmenge an Arbeit, Zeit und auch Nerven. Müßte man diese Arbeiten bezahlen, wäre eine Fasnacht sicher nicht mehr leistbar. Die Frauen bleiben bei den einzelnen Fasnachtsveranstaltungen im Hintergrund, doch der Dank der Fasnachtler, ja des ganzen Dorfes ist ihnen gewiss. Den Familien werden aber auch große finanzielle Opfer abverlangt, da die Kosten für die Kostüme und Bekleidungen zur Gänze aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.
Das SCHALLEPROBIERE
Am Sonntag vor dem Schellerlaufen findet am Abend das Schellenprobieren statt. Es werden aber nicht nur die Schellen probiert, auch viele andere Masken nehmen daran teil und parodieren das Schellerlaufen. Ruaßler schleichen durch die nächtlichen Straßen, die Schnöller kommen aus dem Haus und beginnen ihre lärmerzeugende Tätigkeit. Ihnen folgen die Sackner, die für das Platzmachen verantwortlich sind. Auch ein Nachtwächter ist mit von der Partie und ruft, wie seinerzeit im Dorf üblich, die Stunden aus. Seine Sprüche sind aber auch mit Begebenheiten aus dem Dorfleben gewürzt uns sorgen für so manchen Lacher.
Der Tag vor dem Schellerlaufen...
Der Samstag vor dem Schellerlaufen ist geprägt von viel Hektik, Nervosität und Vorfreude. „Wia weards Wetter“ ist wahrscheinlich die an diesem Tag am häufigsten gebrauchte Redewendung. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, das Dorf noch einmal gesäubert. Die Wagen, die bisher geheim und unter Ausschluss der Öffentlichkeit gebaut wurden, fahren aus den Stadeln oder Schupfen und sind das erste Mal bei Tageslicht zu bestaunen. Die Gewänder und Kostüme werden einer letzten Überprüfung unterzogen, letzte Besprechungen abgehalten und dann heißt es warten - warten auf den nächsten, den größten Tag für einen Fasnachtler. Ein fast unerträglicher Zustand.
Das UMSCHLOGE
Die Nacht vor dem Schellerlaufen, alles fiebert dem nächsten Tag entgegen. Es ist Mitternacht und eigentlich erwartet man sich nicht viel zu dieser späten Stunde. Doch plötzlich hört ungeheuren Lärm durch die Strassen hallen. Lärm, den der eingefleischte Fasnachtler sofort als Musik erkennt, und welche trotz ihrer einfachen Weise jeden erregt: Die Hexenmusig - es wird Umgeschlagen! Mit Hafendeckeln, Kübeln, alten Pfannen und Töpfen, Hörnern und anderen Instrumenten schlagen, trommeln und blasen die Teilnehmer den uralten Rhythmus. Hunderte Menschen sind unterwegs, großteils maskiert mit den absurdesten Verkleidungen. Manche verschwinden in den (Gast-)Häusern um sich zu wärmen und zu stärken, kommen nach kurzer Zeit aber wieder und fahren fort bis spät in die Nacht. Das Umschlagen in der Nacht ist die einzige Veranstaltung an der Frauen mitwirken dürfen. Bis zum Morgengrauen hört man den Lärm. Die Fasnachtler, die beim Schellerlaufen mitwirken, finden normalerweise früher in die Federn. Ihnen steht ein schwerer Tag bevor.
Das Schellerlaufen...
Umschloge am Morgen
Am Sonntagmorgen, nach der Frühmesse, wird es im Dorf wieder lebendig. Die Ruaßler sieht man wieder auf den Straßen und Masken in verschiedenen Kostümierungen sammeln sich wieder beim Fasnachtmuseum.
Die Ruaßler versuchen die zahlreich anwesenden Besucher und Zuschauer zu ruaßeln, wieder wird umgeschlagen, diesmal aber geordnet. Der Zug bewegt sich zum Majenbrunnen, dort wird Prinz Karneval empfangen, der aus der weiten Welt ins Gurgltal nach Nassereith gekommen ist. Er begrüßt die Anwesenden und verkündet das Programm des Tages in beredeten Worten. Der Zug zieht nun zum Postplatz, dort wird durch den Prinzen, der in einer Kutsche unterwegs ist, nochmals das Programm verkündet. Rasch löst sich der Zug auf, jeder hat es eilig sich auf den großen Umzug vorzubereiten.
Der AUFZUG
Ab ca. 10 Uhr sieht man zahlreiche Masken scheinbar planlos durch das Dorf gehen. Dem ist aber nicht so denn jeder strebt dem Sammelort am Majenbrunnen zu. Die „Schiene“ begeben sich zum Kastnerhaus am Majenbrunnen wo dem Scheller die schweren Schellen angelegt werden. Eine Gruppe nach der anderen zieht von dort zum Hotel Post am Postplatz. Zu einer Gruppe gehören folgende Masken: Kehrer, Roller, Scheller, Maje, Sackner, Spritzer und Paarle. Manche Sackner führen beim Aufzug originelle Gefährte oder Geräte mit sich. Zwischen den Schellergruppen ziehen auch alle anderen Teilnehmer zum Hotel Post, die Bärengruppe, die Karner, die Hexen, ebenso alle Wagen und Sängergruppen. Als Letzter zieht der 1. Scheller mit seiner Gruppe auf. Der Aufzug ist die beste Gelegenheit die Masken und Gruppen zu fotografieren und zu filmen. Die Masken und Gruppen sind nun alle beim Hotel Post versammelt, keine einzige Maske darf sich mehr im Freien aufhalten.
Alles wartet nun gespannt, jeder zittert und fiebert dem großen Ereignis entgegen. Nach dem letzten Schlag des Zwölfuhrläutens wird es lebendig: Als erste kommen die Schnöller aus dem Tor und beginnen mit ihrer Tätigkeit. Nun stürzen die Sackner mit lautem Jauchzen hervor, drehen sich im Kreis, schwingen ihren Sack und machen den Platz frei. Den Sacknern folgen die Spritzer und beginnen im Kreis zu tanzen.
Der erste Kehrer erscheint unter dem Haustor, verneigt sich leicht dem Roller zugewandt, springt zwei mal auf, beginnt zu tänzeln und dreht sich, mit dem Besen kehrende Bewegungen ausführend, dem Platze zu. Der Roller folgt seinem Beispiel, er lädt den Scheller mit einer Verneigung und zweimaligem Aufhüpfen zum Schellen ein. Dieser schwingt nun seine schweren Schellen und schreitet im Schellerschritt dem Platz zu. Die Mayen umkreist die Gruppe. Es folgt nun Gruppe auf Gruppe und gemeinsam formieren sie sich zu einem Kreis. Nachdem sich auch Sackner und Spritzer in den Kreis eingebracht haben, wird dieser geschlossen.
Der BÄRENKAMPF - Höhepunkt der Nassereither Fasnacht
Eine unheimlichhe Stille erfüllt den weiten Platz. Aus dem Tor tritt der Bärentreiber, den Bär an einer Kette hinter sich nachziehend. „Urio Bärio“ tönt die Stimme des Bärenrtreibers dumpf aus der mächtigen Holzlarve. Der Bär folgt langsam und zaudernd dem Treiber auf den in der Mitte des Postplatzes befindlichen Schneehaufen. Mit dem schweren Bergstock auf den Boden stampfend und schimpfend geht der Treiber herum. Plötzlich wirft er dem Bären den Stock zu, der Bär hält den Stock mit beiden Pranken über der Brust und dreht sich im Kreis. Der Bärenrtreiber schimpft und wettert. Sein „Urio Bärio“ ertönt immerzu. Nun entreißt er dem Bären den Stock und legt ihm denselben quer über das Genick. Endlich bringt der Treiber den Bären dazu, sich auf die Knie niederzulassen. Der Bär ist nicht aufgelegt einen Purzelbaum, ein Purzegagele, zu machen. Der Treiber versetzt dem Bären mehrere Schläge, mit dem Stock auf den Rücken, und endlich fürht der Bär sein Purzegagele aus. Nun muss er dasselbe rückwärts machen, was wieder mehrerer Schläge bedarf. Nachdem der Bär widerwillig auch dieses Kunststück vollbracht hat, springt der Bär plötzlich auf, fällt den Treiber unter Gebrumm an, und wirft ihn zu Boden. Der Bärenpfeifer springt herbei und tätschelt dem Bären sein Hinterteil.
Der Kampf ist entschieden, der Frühling - in Gestalt des Bären - hat über den Winter gesiegt. Die Scheller beginnen zu schellen, alle Masken hüpfen, springen und tanzen, alles ist in Bewegung und freut sich über den Sieg des Frühlings.
Die Bärengruppe verlässt den Kreis. Nun erscheinen die Hexen mit der Hexenmusik. Nachdem die Hexenmutter die widerspenstige 13. Hexe gebändigt hat, legen die Hexen gemeinsam ihren ergreifenden Schwur auf die Hexenmutter ab und beschließen den Auftritt mit lautem Geschrei und der Unterzeichnung der Gelöbnisurkunde.
Nun löst sich der Kreis auf und formiert sich zum Umzug.
Der Umzug
Der Zug setzt sich in Richtung Majenbrunnen in Bewegung. Von den steilen Felswänden hallt es wider: der dumpfe Klang der Schellen, das helle Klingen der Rollen, die Juchzger der Sackner, der scharfe Knall der Goasln, das Geschrei der Hexen und Karner , die Musik und die Lieder der Wagengruppen und Sänger. Es ist ein herrliches Bild, wenn der Zug vom Postplatz herunter kommt, die vielen bunten Farben der Kostüme, die wehenden Bänder der „Schiene“ die herrlichen Larven und eben die dazugehörige Klangkulisse, machen die Einzigartigkeit der Nassereither Fasnacht aus.
Die Reihenfolge beim Umzug ist folgende: Voraus die Schnöller, es folgen die Sackner und Spritzer, wobei die diese auch wieder zurücklaufen und die Schellergruppen umkreisen. Der 1. Kehrer führt den Schönen Zug an, es folgt der Roller und der Scheller, die Maye umkreist die Schellergruppe. Die einzelnen Gruppen folgen nacheinander, dazwischen bewegen sich die Paarle. Nach den Schönen kommt der Bär mit Treiber, Pfeifer und Sammler. Es folgen die Karner mit ihrem Gefährt. Danach die Hexen mit dem Hexenwagen. Jetzt kommen die Wägen, die verschiedene Aufführungen darbieten und der Belustiguing dienen. Dazwischen kommen verschiedene Gruppen zu Fuß, Sänger, Vogler und andere der Unterhaltung dienende Masken.
Das EINFÜHREN
Am Postplatz angekommen wird nochmals ein Kreis aufgeführt. Anschließend an diesen Kreis beginnt das Einführen, das wie folgt geschieht: Der Kehrer verneigt sich vor dem Geehrten, dieser hängt sich beim Scheller ein und sie begeben sich zu den vor dem Hotel Post aufgestellten Kassen. Auf dem Weg dorthin wird geschellt, alle zur Gruppe gehörenden Masken tanzen und springen.
An der Kasse erhält der Gast ein Glas Wein und eine Breze und hat dafür seinen Obolus zu entrichten. Auch der Bär führt ein, dieser trägt seinen Gast zur Kasse. Das Einführen ist für den betreffenden eine große Ehre und soll Glück bringen. Auch von anderen Gruppen und von den Wägen wird einem die Ehre zuteil, man wird auf den Wagen geführt und erhält ebenfalls ein Getränk.
Das soeben geschilderte Einführen mag manchmal so erscheinen, dass die Zuschauer ausgebeutet werden, doch es ist wie gesagt für die Nassereither eine große Ehre eingeführt zu werden und es wäre für einen Fasnachtler schwer zu verwinden, wenn er übergangen würde. Vom wirtschaftlichen Standpunkt her wäre es ohne diese Einnahmen unmöglich, eine Veranstaltung in dieser Größe abzuhalten. Die Wägen bestreiten damit ihre Baukosten, die „ Schiene“ jedoch erhalten keinen Groschen, die Einnahmen an den Kassen werden vom Komitee verwaltet und für Organisation und Neuanschaffungen verwendet.
Gegen Abend ziehen die Schellergruppen in den Gemeindesaal, dort wird dann ebenfalls eingeführt, die Wägen bleiben am Postplatz.
Inzwischen ist die Dämmerung über das Dorf hereingebrochen, der Zug nimmt vor dem Gemeindesall das letzte mal Aufstellung und es geht in Richtung Fasnachtmuseum. Es werden die letzten Kräfte mobilisiert, der Weg zum Fasnachtmuseum wird wieder schellend, rollend, hüpfend und tanzend zurückgelegt, die letzten, schon etwas heiseren Schreie der Sackner erklingen, ein paar Minuten vor 6 Uhr ist das Fasnachtmuseum erreicht. Alle kommen in den engen Raum, von der nahen Kirche hört man das Betläuten , die Larven werden abgenommen. Müde aber zufrieden auch ein bißchen wehmütig stehen alle im Kreis, man gedenkt der verstorbenen Fasnachtler, schellt noch einmal kurz auf, dann werden die Schellen abgenommen. Nun sind sie verstummt, die Rollen und Schellen. Das nächste mal hört man sie erst wieder in 3 Jahren am Dreikönigstag.
Die am Postplatz verbliebenen Wagen und Masken gehen oder fahren kurz vor 6 Uhr alle nach Hause oder zu Ihren Standplätzen, die Karner sperren ihre Heimstatt zu. Um 6 Uhr beim Betläuten darf keine Maske mehr zu sehen sein. Dieser Brauch wird streng eingehalten und es hat auch noch nie Überschreitungen gegeben.
Nun ist er vorbei, der wichtigste Tag der Nassereither. Alle gehen müde nach Haus ziehen ihre Kostüme aus, aber ganz vorbei ist er noch nicht der Tag, findet doch abends im Gemeindesaal der Fasnachtball statt. Viele sind „gremmig“ hundsmüde, haben Muskelkater, aber den Ball darf man nicht versäumen. Noch einmal setzen sich die Gruppen mit Ihren Frauen zusammen und es wird heftig diskutiert, gelobt, getadelt, Thema Fasnacht. Auch getanzt wird fleißig und wirklich oft die allerletzten Kräfte mobilisiert. Nach einem kurzen Besuch in der Bar des Saales geht man nicht allzuspät nach Hause, denn es war halt doch ein langer, anstrengender Tag.
Das FASNACHTSEINGRABEN
Das Fasnachteingraben findet am Abend des „Fasnachterchtig“ (Faschingsdienstag) statt. Früher zogen ein paar Masken von Gasthaus zu Gasthaus, schwarz gekleidet wie bei Begräbnissen und beweinten die verstorbene Fasnacht. In den letzten Jahrzehnten ist die Teilnahme an diesen Ereignis gewaltig gestiegen, heute nehmen weit über hundert Masken daran teil. Die Bahre, auf der die Fasnacht in Gestalt eines Ruaßlers liegt, wird von vier Ruaßlern getragen. Der Bahre folgt ein Redner in Frack und Zylinder, dahinter die lange Reihe der Trauergäste. Die meisten haben große, schwarz umrandete Tücher in ihren Händen und schluchzen und weinen zum Gotterbarmen. Auch Fahnen werden in den Reihen mitgetragen. An mehreren Plätzen des Dorfes wird halt gemacht, der Redner beginnt mit seinen Anrufungen, ähnlich der Litanei in der Kirche
Alle ös Schaller
alle ös Roller
alle ös Kehrer
alle ös Sackner usw.
Alle Masken und Gruppen werden erwähnt. Nach jeder Anrufung klingt es von den vielen Trauergästen „Mir söche ins wieder.“
Nach dieser Litanei tritt noch ein Chor auf, danach wird von den Schützen ein Salut geschossen und der Zug geht weiter. Es geht wie üblich bei der Fasnacht um den Majenbrunnen zum Postplatz und endet dort. Nun ist die Fasnacht endgültig vorbei, eine schöne Zeit geht zu Ende.
Alles geht ruhig, noch vor der Mitternachtsglocke nach Hause. Morgen ist Aschermittwoch, die Fastenzeit und der Alltag kehren in das Dorf ein.

