Wilde Fasnacht

In den Jahren, in denen kein Schellerlaufen stattfindet, gehen die Nassereither am „Unsinnigen“, also am letzten Donnerstag vor dem Aschermittwoch, in die sg. WILDE FASNACHT!

An diesem „unsinnigen Pfinztag“ ist man früher jährlich in die eigentliche Fasnacht gegangen, bis  im Jahre 1951 das Schellerlaufen auf den Sonntag verlegt wurde. Seit dieser Zeit ist die Wilde Fasnacht immer dann, wenn kein Schellerlaufen stattfindet, der Höhepunkt des fasnachtlichen Treibens.

Für die Nassereither ist die Wilde Fasnacht in erster Linie eine Angelegenheit des Dorfes, der Menschen im Ort. So wie beim großen Schellerlaufen dürfen aber auch bei der Wilden Fasnacht ausschließlich Männer aktiv mitwirken. Es sind bei der Wilden Fasnacht auch nur einzelne Masken des Schellerlaufens zu sehen, nämlich die Karner, Ruaßler und Paarle, begleitet von Sängergruppen und kleineren Festwägen

Die Wilde Fasnacht beginnt bereits um 09:00 Uhr mit dem sg. „Umschlagen“. Großer Lärm und Musik, nach einem alten überlieferten Rhythmus,  dringen durch die Straßen des Ortes und kündigen den Nassereithern den Beginn der Wilden Fasnacht an. Auch Ruaßler sind mit dabei und sorgen dafür, dass die Besucher und Zuschauer mit einem schwarzen Strich im Gesicht am Straßenrand stehen – also gruaßelt werden!

Um 13:00 Uhr findet dann das fasnachtliche Treiben – mit dem Beginn des Umzuges der Masken vom Postplatz zum Maibrunnen und wieder zurück – ihre Fortsetzung! Karner, Ruaßler, Paarle, Sängergruppen, Labera und kleinere Festwägen ziehen durchs Dorf und sammeln sich schließlich am Postplatz, wo die Wilde Fasnacht ihren Höhepunkt findet. Pünktlich mit dem Betläuten um 18:00 Uhr endet nach alter Tradition die Fasnacht in Nassereith. Das bunte Treiben am Postplatz findet sein jähes Ende, die Masken werden abgelegt und jeder Fasnachtler denkt bereits an das größte Ereignis des Ortes – dem nächsten Schellerlaufen in Nassereith!